Bikkur Cholim, eine Mitzwa in der jüdischen Wohlfahrtspflege - nicht ohne das KDA!Direktor
Beni Bloch
Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.
Seit vielen Jahren fördert und unterstützt das Kuratorium Deutsche Altershilfe die Aus- und Fortbildungen der ZWST im Bereich der ehrenamtlichen Seniorenarbeit. Damit ist das KDA ein wichtiger Wegbegleiter des kleinsten Wohlfahrtsverbandes in Deutschland. Das KDA trägt dazu bei, dass die ZWST ihr Leitbild, die „Zedaka“, in die alltägliche Praxis umsetzen kann. „Zedaka“ (hebr.) steht für das jüdische Verständnis von Wohltätigkeit und ist im Judentum eine religiöse Pflicht, eine „Mitzwa“ (hebr.). Die Zedaka als religiöse Grundlage jüdischer Sozialarbeit beinhaltet auch die Förderung des Ehrenamtes. Gerade das freiwillige Engagement, d.h. ohne entsprechende Gegenleistung präsent sein für andere Menschen, ist vor dem Hintergrund dieses jüdischen Wohlfahrtsprinzips zu sehen.
Eine zentrale Aufgabe der ZWST ist die Unterstützung der ehrenamtlichen Seniorenarbeit in den Gemeinden. Ältere Menschen mit Migrationshintergrund bilden hier eine Mehrheit. Das ehrenamtliche Engagement von und für zugewanderte Senioren unterstützt ihre Integration, wirkt ihrer Isolation entgegen und kann im dritten Lebensalter eine Bereicherung bedeuten. Gleichzeitig fördert es den Auf- und Ausbau der Infrastruktur in den jüdischen Gemeinden.
Die vom KDA geförderten Fortbildungsreihen tragen dazu bei, in den Gemeinden ein vielfältiges und lebendiges Angebot bereit zu stellen: Sei es der Aufbau eines Seniorenclubs, die Organisation von Seniorenfreizeiten, seien es die religiösen und sozialen Dienste einer „Bikkur Cholim“ (Krankenbetreuung) oder einer „Chewra Kadisha“ (Beerdigungsbruderschaft), die im Judentum als Mitzwa definiert sind und zur Grundstruktur jeder jüdischen Gemeinde gehören. Die gut besuchten Seminare der ZWST zeigen, wie hoch Interesse und Bedarf sind, sich in diesen Bereichen ehrenamtlich zu engagieren. Das bewundernswerte Engagement vieler älterer Menschen bildet eine der Säulen, auf denen die Gemeindearbeit ruht.
KDA und ZWST wirken gemeinsam, um diese Säule im Sinne der „Zedaka“ zu stärken. Das KDA trägt dazu bei, dass immer weitere Bausteine hinzukommen: ein neuer Seniorenklub entsteht, neue Ehrenamtliche verstärken das Team einer Bikkur Cholim, kompetente Leiter organisieren eine erfolgreiche Seniorenfreizeit.
Wir sprechen dem KDA unseren Dank aus, zollen ihm unseren Respekt für 50 Jahre engagierte Arbeit und freuen uns auf die weitere erfolgreiche Zusammenarbeit!