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KDA-Fachtagung „Häusliche Pflege in Balance“

Kategorie:Pressemitteilungen
Datum:28. Nov 2003

"Wir müssen mehr Standards entwickeln und noch mehr Qualität in das komplexe System der häuslichen Pflege bringen, damit diese nicht aus dem Gleichgewicht gerät,“ so Klaus Großjohann, Geschäftsführer des KDA, während der KDA-Fachtagung.

Köln (KDA) - 28.11.2003 - „Es ist eine bittere Wahrheit, der man ins Auge sehen muss: Die Qualität der häuslichen Pflege ist bedroht, wenn sie sich nicht sogar schon auf einem absteigenden Ast befindet“, appellierte Werner Göpfert-Divivier vom Institut für Sozialforschung, Praxisberatung und Organisationsentwicklung in Saarbrücken an die 135 Teilnehmer der KDA-Fachtagung „Häusliche Pflege in Balance“, die am Mittwoch in Bonn stattgefunden hat. Dies sei nicht zuletzt eine Folge davon, dass viele der über 10.000 ambulanten Dienste in Deutschland am Ende ihrer finanziellen Belastbarkeit angelangt seien. Der Geschäftsführer des Kuratoriums Deutsche Altershilfe Klaus Großjohann betonte, wie wichtig es deshalb sei, diesem Trend entgegenzuwirken: „Wir müssen mehr Standards entwickeln und noch mehr Qualität in das komplexe System der häuslichen Pflege bringen, damit diese nicht aus dem Gleichgewicht gerät.“ Dazu gehöre auch, dass Menschen mit Pflegebedarf, pflegende Angehörige sowie die beruflich Pflegenden neue Kooperationsformen finden müssten, die niemanden überforderten. Dabei könne das neue KDA-Qualitätshandbuch „Häusliche Pflege in Balance“ allen Beteiligten eine große Hilfe sein.

„Das Handbuch bildet gute Pflege ab, so wie sie ist. Auch wenn diese Erkenntnisse für viele Mitarbeiter der häuslichen Pflege nicht immer neu sind, sind sie doch wichtig, um die eigene Arbeit mit den Klienten und Angehörigen zu reflektieren und somit auch die gebotene Qualität gegenüber diesen Pflege-Partnern besser vermitteln zu können“, erklärte Heiko Fillibeck, Mitautor und Referent für häusliche Pflege im KDA. Dies sei schließlich die beste Werbung für den eigenen häuslichen Dienst. Nebenbei sei es schwierig, aber umso wichtiger für die ambulanten Dienste, den Klienten zu vermitteln, dass gute Pflege eben nur zum Teil aus öffentlichen Kassen finanzierbar sei - also nur eine „Teilkaskoversicherung“ bestehe. Zusätzliche Leistungen, die die Qualität der häuslichen Pflege steigern, müssten privat hinzugekauft werden. „Es muss dabei jedoch darauf geachtet werden, dass sich in Zukunft Qualität eben nicht nur diejenigen bekommen, die es sich leisten können“, so Klaus Großjohann.

„Die häusliche Pflege muss zu einem belastbaren System ausgebaut werden, das den Anforderungen der Zukunft gerecht wird“, hob auch Volker Berger vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hervor und wies darauf hin, dass von den über zwei Millionen Pflegebedürftigen mehr als zwei Drittel (1,44 Mio) zu Hause versorgt würden. Eine Million davon erhielten ausschließlich Pflegegeld, würden also allein durch Angehörige zu Hause gepflegt. Ein Bereich, der aufgrund der absehbaren demografischen Entwicklungen an Bedeutung noch zunehmen werde. Das KDA-Qualitätshandbuch, das vom BMFSFJ finanziell gefördert wurde, trage dem Rechnung, da es sich eben nicht nur an die beruflich Pflegenden, sondern an alle Beteiligten richte, denn: „Die Qualität in der Pflege in der häuslichen Umgebung hängt im wesentlichen davon ab, inwieweit es gelingt, eine Balance zwischen den Bedürfnissen, Wünschen und Interessen der Menschen mit Hilfebedarf und den Ansprüchen an Lebensqualität der in der Pflege eingebundenen Personen des privaten und sozialen Umfelds zu erreichen.“

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte im KDA an das Referat Öffentlichkeitsarbeit unter Telefon 02 21/ 93 18 47-17, Fax 0221/93 18 47-6 oder E-Mail publicrelations@kda.demailto:publicrelations@kda.de