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Bundespräsident Rau gratuliert dem Kuratorium Deutsche Altershilfe zu seinem Jubiläum/Bundesverfassungsgericht macht Weg für eine bundeseinheitliche Altenpflegeausbildung frei

Kategorie:Pressemitteilungen
Datum:24. Okt 2002

Köln, 24. Oktober 2002 - "Durch die Arbeit des Kuratoriums Deutsche Altershilfe und die Zusammenarbeit mit ihm ist unser Land ein Stück menschlicher geworden", betonte Bundespräsident Johannes Rau heute vor 350 Gästen aus Politik, Wissenschaft, Wohlfahrts

Köln, 24. Oktober 2002 - "Durch die Arbeit des Kuratoriums Deutsche Altershilfe und die Zusammenarbeit mit ihm ist unser Land ein Stück menschlicher geworden", betonte Bundespräsident Johannes Rau heute vor 350 Gästen aus Politik, Wissenschaft, Wohlfahrtspflege, Altenhilfe und Medien. Diese hatten sich anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA) in Köln zu einem Festakt versammelt. In seiner Rede hob Rau auch das schwere Schicksal demenzkranker Menschen hervor. Er forderte dabei eine stärkere, verantwortungsbewusste öffentliche Aufklärung über diese Problematik, der sich das KDA schon lange angenommen habe. "Auch für die pflegenden Familienangehörigen gibt es noch zu wenige Informationsangebote über die Erkrankungen und über den Umgang mit den kranken Menschen und noch zu wenig Hilfe durch ambulante psychiatrische Pflegedienste", sagte der Bundespräsident, der auch Schirmherr des KDA ist. Johannes Rau hob auch den unverzichtbaren Beitrag zur Pflege und Betreuung alter Menschen durch die beruflich Pflegenden hervor: "Ich empfinde Hochachtung für alle, die dort täglich ihr Bestes geben und dabei oft bis an die Grenzen der eigenen seelischen und körperlichen Belastbarkeit gehen. Sie verdienen - natürlich auch im Interesse der Pflegebedürftigen - mehr Anerkennung und Unterstützung bei ihrer schweren und aufopferungsvollen Arbeit."

Das Ringen um eine bundeseinheitliche Ausbildung der Altenpflege ist beendet

Umso erfreulicher ist, dass heute das Bundesverfassungsgericht dem neuen Altenpflegegesetz zugestimmt hat, für das sich das KDA schon seit Jahren stark gemacht hat. "Der dringend notwendige Weg zu einer bundeseinheitlichen Ausbildung in der Altenpflege ist damit frei. Denn erst dieses Gesetz ermöglicht es, die Qualität künftiger Altenarbeit zu steigern und junge Männer und Frauen zu motivieren, diesen verantwortungsvollen und qualifizierten Beruf zu ergreifen, ohne nach kürzerer Zeit wieder auszusteigen", so Dr. Hartmut Dietrich, Vorstandstandsvorsitzender der gemeinnützigen und unabhängigen Einrichtung. Das KDA werde sich weiter an der notwendigen Umsetzung des Gesetzes beteiligen, das zum 1. August 2003 in Kraft treten wird.

Neben der Aus- und Weiterbildung von Pflegefachkräften hat sich das KDA seit langer Zeit für bessere Lebens- und Wohnbedingungen in Pflegeheimen stark gemacht. So sind beispielsweise die Planungsempfehlungen der Heime, die das KDA erarbeitet hat, heute Grundlage für Länderrichtlinien und Modelleinrichtungen in ganz Deutschland.

"Die von der Praxis bestätigten Konzepte des KDA, Normalität, Wohnlichkeit und einem hohen Maß an Selbstständigkeit Rechnung zu tragen, sind zwar bei weitem noch nicht typisch für den bundesweiten Stand des Angebots, weisen jedoch in die richtige Richtung", sagte Prof. Dr. Günther Buhlmann, Mitglied im Vorstand des KDA. Mit seiner Arbeit bewahre des KDA die deutsche Altenhilfe vor einem konzeptionellem Rückstand.

In vier Jahrzehnten viel bewegt

Das KDA wurde im Dezember 1962 mit Unterstützung des damaligen Bundespräsidenten Heinrich Lübke und seiner Frau Wilhelmine Lübke ins Leben gerufen. Anlass für die Gründung waren die damals in großen Teilen unbefriedigende Versorgung älterer Menschen und vor allem die zahlreichen Mängel in Heimen, die oft den Charakter von Verwahranstalten hatten.

Dem war eine groß angelegte Kampagne der "Aktion Gemeinsinn" vorangegangen. Unter dem Motto: "Das Alter darf nicht abseits stehen" wurde diese Kampagne Ende 1961 von Heinrich Lübke eröffnet.
Zahlreiche der inzwischen etablierten und bekannten Maßnahmen der Altenhilfe gehen auf Vorarbeiten des KDA zurück, denn sie wurden von ihm entweder ins Lebens gerufen oder "angestoßen". Beispiele dafür sind: Tages- und Kurzzeitpflege, Essen auf Rädern, bedarfsgerechte Altenwohnungen, Wohnungsanpassung, Ausbau der geriatrischen Rehabilitation, Qualitätsstandards für Heime, Qualitätssicherung in der Pflege sowie das Internet-KompetenzNetzwerk "SeniorenOnLine".
Auch die Pflegeversicherung hat das Kuratorium Deutsche Altershilfe mit auf den Weg gebracht. In einem vielbeachteten Gutachten hatte das KDA bereits 1974 gefordert, Pflegebedürftige sozial besser abzusichern.

Zur Etablierung der Alterswissenschaft (Gerontologie) in Deutschland hat das KDA ebenfalls entscheidend beigetragen, indem es den ersten Lehrstuhl für dieses Fach finanziell gefördert hat. Auch heute gibt es für die circa 50 KDA-Mitarbeiter im Hauptsitz Köln sowie im Büro Berlin noch viel zu tun. Beispiele für die Arbeit aus der jüngsten Vergangenheit sind die Entwicklung von "Hausgemeinschaften", einem innovativen Konzept für stationäre Pflege - auch für die immer stärker wachsende Anzahl der Menschen mit Demenz -, die wissenschaftliche Begleitung von "PLAISIR", einem Verfahren zur besseren Pflege- und Personalplanung sowie Veröffentlichungen zum Betreuten Wohnen.

Für weitere Fragen steht Ihnen im Referat Öffentlichkeitsarbeit Ines Jonas unter der o.g.
e-mail-Adresse bzw. unter der Telefonnummer 0221/93 18 47 19 zur Verfügung.