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Damit einem die Pflege nicht spanisch vorkommt: Kultursensible Altenhilfe

Kategorie:ProAlter Ausgaben
 
 
Datum:02. Jan 2004

Pro Alter 4/2003 befasst sich im Titelthema mit der „kultursensiblen Altenhilfe“. Ein weiterer Schwerpunkt dieser Ausgabe ist die Dekubitusprophylaxe.

Die überwiegende Zahl der über 45-jährigen Ausländer in Deutschland will in Deutschland bleiben. Dies ergab eine repräsentative Untersuchung des Bundesministeriums für Arbeit aus dem Jahr 2001. Ende der 1990er Jahre lebten insgesamt 570.000 Migranten in Deutschland, die älter als 60 Jahre waren. Und nach einer Modellrechnung des statistischen Bundesamtes wird deren Zahl bis 2010 auf 1,3 Millionen und bis 2030 auf 2,8 Millionen ansteigen. Damit sind die älteren Migranten die am schnellsten wachsende Bevölkerungsgruppe Deutschlands - eine Herausforderung nicht nur für die deutsche Altenhilfe. Das Titelthema von PRO ALTER widmet sich den umfangreichen Facetten der kultursensiblen Altenhilfe in Deutschland und blickt über die Grenzen hinaus.

 

Mehr als drei Jahre sind vergangen, seit der Nationale Expertenstandard zur Dekubitusprophylaxe als erster einer Reihe von weiteren Standards veröffentlicht wurde. Viele bewerteten diesen Expertenstandard zunächst sehr kritisch, da eine zusätzliche Belastung des Pflegepersonals befürchtet wurde. Nun arbeiten aber schon viele Einrichtungen wie selbstverständlich mit ihm, wie das KDA anhand seiner Fort- und Weiterbildungen zeigen kann über die Pro Alter berichtet. Dennoch, es treten immer wieder Fragen auf, die sich um die Zuständigkeiten im Spannungsfeld von Prophylaxe und Behandlung oder aber um konkrete Umsetzungen in der Pflege drehen. Als Praxishilfe bietet Pro Alter einen von dem KDA-Experten für Häusliche Pflege erarbeiteten Bewegungsplan an, der die aktuellen Forschungserkenntnisse zusammenfasst und berichtet in diesem Zusammenhang über die individuelle Förderung der Eigenbewegung. Des Weiteren beleuchtet Pro Alter Rechtsfragen zu Umlagerungszeiten sowie zur Sicherung und Finanzierung der Dekubitusprophylaxe für die Mitarbeiter der häuslichen Pflege.

 

Weitere Themen dieser Ausgabe sind:

  • Auf dem Weg zur Gleichstellung älterer Menschen?
    Symposium zur Umsetzung europäischer Anitdiskriminierungsrichtlinien
  • Menschen mit Demenz erreichen - Hilfen zur Kommunikation
    "Musik, Erinnerungspflege und Tiere erreichen oft mehr als Tausend Worte
  • "Selbstbewusst, Kompetent, Anerkannt"
    KDA-Fachtagung unterstreicht Bedeutung der häuslichen Pflege für die Zukunft
  • Gefährlich und oft unerkannt: Schluckstörungen im Alter

 


Titelthema

Herausforderungen im Alltag eines multikulturellen Pflegeheims

"Das Fehlen des dörflichen Brunnens"
Lebenssituation älterer türkischer Frauen in Deutschland

"Aufeinander zugehen - voneinander lernen"
Kampagne zur Umsetzung des Memorandums für eine kultursensible Altenhilfe

Qualitätsmerkmale einer kultursensiblen Altenpflege

KDA-Umfrage zur Pflege von Migranten

Multi-Kulti-Altenpflege mit Vorbildcharakter?
Pflege in Montréal

Ethnische Minderheiten in Schottland

Frankreich: Land der vergessenen alten Ausländer?

Alte Migranten gehören schon längst zu den Klienten der deutschen Altenhilfe. Es gilt, dass diese Menschen mit zielgruppengerechten und personenbezogenen Dienstleistungen der Pflege ebenso gut versorgt werden wie die deutschen Senioren. Ein Ziel, dem sich das KDA zusammen mit seinen Partnern im "Arbeitskreis Charta für eine kultursensible Altenhilfe" offiziell in einem "Memorandum für eine kultursensible Altenhilfe" verpflichtet hat.

Wie eine Pro Alter Umfrage zeigt, haben sich auch schon viele Einrichtungen auf ihre Weise der Aufgabe gestellt, Menschen aus anderen Kulturkreisen angemessen zu versorgen. Auch für viele andere Länder wird die Erbringung von Dienstleistungen für nichteinheimische Ältere immer bedeutender. Können wir hier von diesen lernen?

Pro Alter bringt Beiträge aus Schottland, Frankreich oder Kanada, die zeigen, dass jedes Land eine eigene Geschichte hat, die erklärt, warum welche Menschen aus welchen Ländern in ihre neue Heimat eingewandert sind und dort schließlich ihren Lebensabend verbringen.
Auch die beruflich Pflegenden sehen sich in allen Ländern unterschiedlichen Bedingungen ausgesetzt. Zu Beginn kam vielen von ihnen die Pflege von Migranten sicherlich manchmal spanisch vor, da sie ungewohnten Situationen und Verhaltensweisen ausgesetzt waren. Doch über kurz oder lang werden sie den Umgang mit diesen "neuen Alten" in ihren Beruf integrieren müssen. Von Vorteil ist dabei aber, dass sich auch die Pflegeberufe für ausländische Mitarbeiter geöffnet haben.

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Neues zum Thema Dekubitus
Wir retten unsere Haut - Dekubitus muss nicht sein!

Seit der KDA-Fachtagung im Frühjahr 2002 zum Nationalen Expertenstandard Dekubitusprophylaxe in der Pflege unterstützt das KDA Einrichtungen der ambulanten und stationären Altenpflege bei der Implementierung des Standards über Fortbildungsangebote. Und dort steht dieser noch immer ganz oben auf der Wunschliste der Einrichtungen. Nichts zuletzt deshalb widmet sich Pro Alter in dieser Ausgabe noch einmal zu unterschiedlichen Aspekten zum Thema Dekubitus.

Rechtslage: Umlagerungs- und Bewegungspläne bei der Prophylaxe und Behandlung von Druckgeschwüren

Sicherung und Finanzierung prophylaktischer Leistungen am Beispiel der

Dekubitusprophylaxe in der häuslichen Pflege (inklusive Auszug aus dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts)

Das frühere "Umlagern" oder die Förderung der Eigenbewegung

Kopiervorlage korrigierte Braden-Skala

Bilanz aus den KDA-Fortbildungsangebot: Der Expertenstandard Dekubitusprophylaxe hat die Pflege-Praxis nachhaltig verändert

Kopiervorlage Bewegungsplan

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Auf dem Weg zur Gleichstellung älterer Menschen?

Symposium zur Umsetzung europäischer Antidiskriminierungs-Richtlinien

Im Rahmen des 7. Deutschen Seniorentages unter dem Motto "Senioren - Aktiv in Europa" fand am 6. Oktober 2003 in Hannover das Symposium "Altersdiskriminierung in Deutschland" statt. Rund 80 Personen nahmen an einer gemeinsamen Veranstaltung des Kuratoriums Deutsche Altershilfe, der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen und der Europäischen Senioren-Organisation "AGE" teil. Gemeinsam mit Experten aus Deutschland und anderen europäischen Ländern diskutierten sie, wie die beiden europäischen Antidiskriminierungs-Richtlinien zur "Gleichstellung in Beruf und Beschäftigung" und zur "Bekämpfung von Diskriminierung aus Gründen der ‚Rasse' und ethnischen Herkunft"  zur Gleichbehandlung älterer Menschen in Deutschland beitragen können.

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Menschen mit Demenz erreichen:  

"Musik, Erinnerungspflege und Tiere erreichen oft mehr als tausend Worte"

Waren es die Ausführungen und vor allem musikalischen Einlagen von Prof. Dr. Hermann Rauhe, dem Präsidenten der Hamburger Hochschule für Musik und Theater, die die Tagungsbesucher teilweise zum Mitsingen bewegten? Oder lag es an der Anwesenheit von Hunden auf dem Podium, als es um den Einsatz von Tieren in der Altenpflege ging? Vielleicht war es aber auch die Kombination der drei behandelten Themenfelder Musik, Erinnerungspflege und Tiere, die so gut bei den über 300 Teilnehmern der KDA-Tagung ankamen, die unkonventionelle Wege bei der Betreuung von Menschen mit Demenz aufzeigte.

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"Selbstbewusst, kompetent, anerkannt":

KDA-Fachtagung unterstreicht Bedeutung der häuslichen Pflege für die Zukunft

Die Stimmung bei den Mitarbeitern der ambulanten Dienste ist nicht die Beste. Immer wieder ist zu hören, "dass man nicht mehr so recht weiterweiß". Der Druck zwischen fachlichen Qualitätsanforderungen, bürokratischen Verpflichtungen, der Verantwortung gegenüber den Klienten und Mitarbeitern sowie der finanziellen Rentabilität scheinen sich zu oft zu einer unheilvollen Abwärtsspirale zu entwickeln. Die KDA-Fachtagung rückte die Interessen und Probleme der häuslichen Pflege in den Mittelpunkt. Dazu dienten neben einem breiten Spektrum von Referaten, die Erläuterung der Arbeit mit dem KDA-Qualitätshandbuch "Häusliche Pflege in Balance" aber auch ein realitätsnahes Rollenspiel.  

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Gefährlich und oft unerkannt:

Schluckstörungen im Alter

Circa 30 bis 55 Prozent aller Pflegeheimbewohner leiden an Schluckstörungen (Dysphagien), die aber oft unerkannt bleiben, da viele Menschen die Anzeichen dafür nicht (er)kennen. Denn neben eindeutigen Symptomen gibt es auch verschiedene unspezifische Warnzeichen. Doch es ist wichtig, Schluckstörungen nicht zu übersehen oder zu verharmlosen, denn nicht richtig erkannt, können sie Lungenentzündungen hervorrufen und damit zum Tod der Betroffenen führen. Der Beitrag zeigt auf wie man die Anzeichen einer Dysphagie erkennen und einschätzen lernt und wie man Betroffenen konkrete Hilfestellungen anbieten kann.

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