Pro Alter 3/2005
Kategorie: ProAlter Ausgaben - am 9. Mär 2009
Essen und Trinken bei Demenz
Was für Gesunde eine Selbstverständlichkeit ist, ist längst nicht selbstverständlich für an Demenz erkrankte Personen - Essen und Trinken mit Genuss, in einer ansprechenden Umgebung! Vor allem Menschen ohne Angehörige, können unter einer mangelnden, nicht auf sie zugeschnittenen Esskultur in den Einrichtungen der Altenhilfe leiden. Das Titelthema von Pro Alter 3/2005 beleuchtet die Thematik aus unterschiedlichsten Blickwinkeln und gibt hilfreiche Tipps und Praxisempfehlungen.
Diese Ausgabe ist in der Printversion leider schon vergriffen. Die einzelnen Beiträge können jedoch über ClickandBuy als e-Paper im pdf-Format heruntergeladen werden!
Essen und Trinken bei Demenz
Menschen, die nicht nur bei der Nahrungsbeschaffung und Mahlzeitenzubereitung, sondern auch beim Essen und Trinken auf Unterstützung aus informellen oder gar formellen Netzwerken angewiesen sind, sind unter sonst gleichen Lebensumständen in ihrer Lebensqualität stark beeinträchtigt. Während in unserer arbeitsteiligen und hochtechnisierten Welt die Nahrungsbeschaffung und die Mahlzeitenzubereitung in guter Qualität vergleichsweise kostengünstig sind, ist die Unterstützung beim Essen und Trinken je nach Bedarf und Qualität aber extrem zeitintensiv und wird deshalb auch häufig den betroffenen Menschen mit Demenz nicht gerecht. Es sei denn, man bedient sich der Medizintechnik und führt die notwendigen Nährstoffe per Sonde direkt in den Magen – was leider aus ökonomischen Gründen häufig geschieht ....
Weitere Themen dieser Ausgabe sind:
- Ein Jahr Landesinitiative Demenz-Service in Nordrhein-Westfalen: Vernetzung und Kooperation für eine bessere Lebensqualität von Menschen mit Demenz
- Neuer Internetratgeber: www.hilfe-und-pflege-im-alter.de - Informationen zur häuslichen Pflege nun jederzeit von zu Hause im Netz abrufbar
- „60 Jahr danach..." - Kongress zur heutigen Situation NS-Verfolgter
- „Das Pflegeverbrechen gibt es nicht“ - Warum Tötungsdelikte in der Pflege nicht generalisiert werden können.
- Pro Alter-Experteninterview zur Personalbemessung in der Pflege: „Geeignetes Verfahren würde Pflegende entlasten und bei Pflegebedürftigen für mehr Gerechtigkeit sorgen.“
- Ein neues und wirtschaftliches Konzept für Hausgemeinschaften. Erfahrungen im Haus Sankt Elisabeth in Bad Griesbach.
Titelthema
Essen und Trinken bei Demenz
- Essen und Trinken ist die beste Medizin – auch bei Demenz
- Zwischen Lust und Frust
DCM Beobachtungen zum Essen in Altenpflegeheimen - Erfahrungsberichte aus stationären EinrichtungenWenn der Eismann klingelt
- „Fingerfood“ ermöglicht Menschen mit Demenz mehr Selbstständigkeit
- Tipps zum Nachahmen
- Schluckstörungen bei Demenz
- Mangelernährung bei alten Menschen
- Künstliche Ernährung bei DemenzSinnvolle Lebensverlängerung oder Störung des natürlichen Sterbeprozesses?
Das Erste, was ein neugeborenes Kind tut, es schreit und sucht nach Milch. Neben dem Ein- und Ausatmen ist das Essen und Trinken die wohl elementarste Aktivität des täglichen Lebens. Und wenn ein Mensch sterben will – aus welchen Gründen auch immer –, dann ist „das Nicht-mehr-Essen-und-Trinken“ der vielleicht letztmögliche selbstbestimmte Weg dazu [...] Doch zwischen Geburt und Tod liegt ein ganzes Leben, in dem Essen und Trinken einen großen Teil unserer Erfahrungen ausmacht. Wenn Menschen aber alt, krank und pflegebedürftig werden, sind sie oft auf ihre Angehörigen oder beruflich Pflegende angewiesen. Sie übernehmen dann eine Aufgabe, die mehr Auswirkungen auf die Lebensqualität und das Wohlbefinden dieser Menschen hat, als man als „gesunder“ Mensch denkt. Essen anreichen – einer der leichtesten „Übungen“ im pflegerischen Alltag? Von wegen. Pflegende können dabei leicht etwas falsch machen, wie DCM-Beobachtungen aus Einrichtungen der Altenpflege zeigen. Pro Alter widmet sich dem umfangreichen Thema „Essen und Trinken bei Demenz“ von vielen Seiten. Dabei werden nicht nur Tipps und Ratschläge für den Praxisalltag gegeben, sondern auch jede Menge Fakten und Hintergrundwissen geliefert zu Themen, wie „Schluckstörungen“, „Mangelernährung“, oder „Künstliche Ernährung“...
![]()
Lesetipp:
- Helen Crawley: "Essen und Trinken bei Demenz". Köln: Kuratorium Deutsche Altershilfe, 2005. Reihe: Türen öffnen zum Menschen mit Demenz, Band 3. ISBN 3-935299-80-X, 89 Seiten, 9,80 Euro zzgl. Versandkosten
Vernetzung und Kooperation für eine bessere Lebensqualität von Menschen mit Demenz
Ein Jahr Landesinitiative Demenz-Service in Nordrhein-Westfalen
Niemand kann einen Menschen mit Demenz auf Dauer allein unterstützen. Ein würdiges und erträgliches Leben für die von der Krankheit Betroffenen und die sie pflegenden Personen ist nur dann möglich, wenn Angehörige, professionelle Dienste, freiwillige Helferinnen und Helfer vor Ort eng zusammenarbeiten und so dazu beitragen, dass das Lebensumfeld den Bedürfnissen der betroffenen Familien einigermaßen entspricht. In Deutschland sind in den letzten Jahren viele professionelle und private Initiativen entstanden, die die Lebenssituation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen verbessern wollen. Das Problem dabei: Häufig arbeiten diese – selbst im gleichen Ort oder in benachbarten Regionen – sehr unkoordiniert nebeneinander her. Angestoßen und koordiniert durch das Kuratorium Deutsche Altershilfe war dieser Umstand der Anlass für die Gründung der Landesinitiative Demenz-Service NRW. Anhand von Fallbeispielen zeigt der Beitrag die Bandbreite und Vielfältigkeit der am Projekt beteiligten Institutionen sowie ihrer Aufgaben...
![]()
Linktipp:
- Die Landesinitiative Demenz-Service-NRW im Internet: www.demenz-service-nrw.de
Lesetipps:
- Jennie Powell: "Hilfen zur Kommunikation bei Demenz". Aus dem Englischen von Britta Maciejewski. Köln: KDA 2002, ISBN 3-935299-26-5. 9,80 Euro
- Besselmann K., Fillibeck H., Sowinski C.: "KDA-Qualitätshandbuch: Häusliche Pflege in Balance". Köln: KDA 2003, ISBN 3-935299-37-0. 98 Euro
Informationen zur häuslichen Pflege nun jederzeit von zu Hause abrufbar
Neuer Internetratgeber von Bundesseniorenministerium und KDA für ältere Menschen und ihre Angehörigen
Die meisten älteren Menschen möchten so lange wie möglich in ihrer eigenen Wohnung oder im eigenen Haus leben. Um auch bei Hilfe- und Pflegebedürftigkeit in der vertrauten Umgebung wohnen bleiben zu können, ist es wichtig, sich frühzeitig zu informieren, welche Angebote und Möglichkeiten es zur häuslichen Pflege gibt. Einen Überblick über die vielfältigen Hilfen und Dienstleistungen bietet der neue Internet-Ratgeber „Hilfe und Pflege im Alter“, den das KDA im Auftrag und mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend entwickelt hat.
„60 Jahre danach…“
Kongress zur heutigen Situation NS-Verfolgter
Vor 60 Jahren endete die Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten in Deutschland. Das nahmen der „Bundesverband Information [&] Beratung für NS-Verfolgte e.V.“ und die „Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste“ (ASF) zum Anlass, Ende Juni einen außergewöhnlichen Kongress in Köln zu veranstalten...
„Das Pflegeverbrechen gibt es nicht“
Warum Tötungsdelikte in der Pflege nicht generalisiert werden können
Eine 27-jährige Pflegeassistentin soll im Limbachstift in Wachtberg bei Bonn neun Bewohnerinnen getötet haben. Sie ließ sie entweder ersticken, ohne zu helfen oder legte selbst Hand an. Die Ermittlungen dazu sind derzeit in vollem Gange. Diese Tötungen lösten einen Schock in der Altenhilfeszene aus, die sich plötzlich mit Äußerungen konfrontiert sah, die sie pauschal kriminalisierten. Das KDA, dessen Aufgabe es u. a. ist, Missstände aufzuzeigen, warnt in diesem Zusammenhang vor Überreaktionen. Die Psychologin und KDA-Pflegeexpertin Christine Sowinski erklärt in Pro Alter, wie derartige Tötungsdelikte einzuordnen sind...
Das ProAlter-Experteninterview zum Thema Personalbemessung in der Pflege:„Geeignetes Verfahren würde Pflegende entlasten und bei Pflegebedürftigen für mehr Gerechtigkeit sorgen“
In Deutschland ist man immer noch auf der Suche nach einem geeigneten Instrument zur Messung des Personalbedarfs. Zwar wurden und werden Erhebungsinstrumente wie beispielsweise LEP® und PLAISIR© seit längerem in der Akut- wie auch in der Altenpflege eingesetzt, doch es gibt viele Kritiker, die damit nicht zufrieden sind. Einer davon ist Dr. Albert Brühl vom Sozialpsychologischen Institut Köln, der im Interview mit Pro Alter erklärt, was bei den gängigen Instrumenten dringend verbesserungswürdig ist...
Ein neues und wirtschaftliches Konzept für Hausgemeinschaften
Erfahrungen im Haus St. Elisabeth in Bad Griesbach
In den Jahren 2002 und 2003 wurden im Heim St. Elisabeth im bayerischen Bad Griesbach Untersuchungen zur Struktur- und Prozessqualität der Versorgung meist dementer Menschen durchgeführt. Im Mittelpunkt stand dabei der Vergleich zwischen der neuen Versorgungsform der „Hausgemeinschaften“ mit der eher klassischen Versorgung in „Wohngruppen“. Die Ergebnisse wurden in der KDA-Schriftenreihe „vorgestellt“ veröffentlicht. 2004 folgten dann in der gleichen Einrichtung zwei Untersuchungen zur qualitativen Erfassung und Beurteilung der Ergebnisqualität. Von den bisherigen Zwischen- und Endergebnisse, berichtet Pro Alter vorab...
Lesetipp:
- Werner Winkler: Hausgemeinschaften, in: „vorgestellt“ Band 70, KDA, Köln, 2004, ISSN 0946-4840, 12 Euro.

