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Zivilcourage und "Whistleblowing" in der Pflege

Kategorie:ProAlter Ausgaben
Datum:24. Nov 2006

Zivilcourage in der Pflege ist ein heikles Thema. Sie sollte aber selbstverständlich sein, sobald Pflegebedürftigen Schaden droht. Doch „Whistleblower", die mit diesem Wissen an die Öffentlichkeit treten, sind rechtlich kaum abgesichert...

Nestbeschmutzung oder unverzichtbare Information?

In Zukunft wird das bisher bundeseinheitliche Heimgesetzes auf die Zuständigkeit der 16 Bundesländer übertragen. Damit, so bleibt zu befürchten, steht - mal wieder – die Qualität der Pflege und somit die Lebensqualität der Heimbewohner auf dem Spiel. Umso wichtiger ist es, Pflegende dafür zu sensibilisieren und zu ermutigen, sich verstärkt einzuschalten und auf kritische Ereignisse in den eigenen Reihen hinzuweisen. Denn mit ihnen steht und fällt die Qualität der Pflege. Jede und jeder, der in seinem Arbeits- und Verantwortungsbereich Fehler erkennt, die sich – wie im Pflegebereich – ganz schnell auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Menschen negativ auswirken können, sollte auf diese aufmerksam machen und sich im Rahmen der eigenen Möglichkeiten dafür einzusetzen, dass diese abgestellt werden. Leider, und auch berechtigterweise, bestehen aber hier noch Ängste, dies zu tun, weil vor allem eine große Rechtsunsicherheit herrscht. Dennoch: Zivilcourage des Einzelnen ist heute mehr denn je gefragt. Das Titelthema von PRO ALTER „Zivilcourage und ‚Whistleblowing' in der Pflege“ wird sicher auch in Zukunft die Pflege noch stark polarisieren...

Pro Alter Cover 3/2006Zivilcourage und „Whistleblowing“ in der Pflege

In der Begleitung älterer Menschen können den Verantwortlichen immer wieder Fehler unterlaufen. Manche Fehler schädigen die Betroffenen kurzfristig, andere können so schwerwiegend sein, dass sie zu dauerhaften Schäden oder gar zum Tod führen. Die Dramatik potenzieller Fehler in der Altenpflege führt dazu, dass dieses Thema weitgehend tabuisiert ist. Denn ein offener Umgang damit hat oft negative Konsequenzen für die eigene Person zur Folge. Beruflich Pflegende, die den Mut aufbringen, nach erfolglosem internen Beschwerden ihr Wissen über Missstände nicht weiter zurückzuhalten, riskieren häufig ihre Stellung. Die Erfahrung zeigt, so auch der Richter am Bundesverwaltungsgericht Dr. Dieter Deiseroth in PRO ALTER, dass es für „Whistleblower“ in Deutschland keine ausreichende Rechtssicherheit gibt...

 


Diese Ausgabe ist in der Printversion leider vergriffen. Die einzelnen Beiträge können jedoch mit clickandbuy als e-Paper im pdf-Format heruntergeladen werden.


Titelthema:

Fehler machen, Fehler sehen, Fehler erleiden: Wie geht die Pflege mit Fehlern um?

KDA-Kopiervorlage: Analyse der Fehler in kritischen Situationen in einer Einrichtung

Nestbeschmutzung oder unverzichtbare Information: Welchen Nutzen bringt das Whistleblowing von Beschäftigten?

Bestandsaufnahme - Wo liegen gravierende Missstände im stationären Pflegebereich?

Hinsehen statt Wegsehen – Missstände in der Pflege nicht hinnehmen


Weitere Themen dieser Ausgabe sind:

  • Schwerpunkt: Das Verhältnis von Enkelkindern zu Großeltern mit Demenz: Belastung oder Chance?
  • Altersbild und Alterserleben im historischen Wandel – Serie Teil III: Zwischen Reformation und Revolution – Von der Verachtung zur Huldigung des Alters?
  • Tierisch gut angekommen: Zwei Mini-Pferde in der Cafeteria
  • Körperliche Aktivität und ADL-Training zur Prävention von Mangelernährung bei Heimbewohnern
  • Typische Probleme in Altenheimen – Lösungsansätze für die Praxis: Zahnmedizinisches Projekt verbessert die Mundgesundheit in der Pflege

Schwerpunktthema:

Das Verhältnis von Enkelkindern zu Großeltern mit Demenz - Belastung oder Chance?

„Ganz schön krass, wie du mit deiner Großmutter umgehen kannst!“ Wie Enkel demenzkranke Großeltern erleben

Die zwei Gesichter der häuslichen Pflege: Filme zur Alzheimer-Krankheit mit didaktischem Begleitmaterial

„Apfelsinen in Omas Kleiderschrank“

Interview mit Daniel Barth:
„Ich verstehe heute gar nicht mehr, warum ich mich davor gefürchtet habe, dass andere die Demenz meiner Oma mitkriegen“

Enkelkinder erleben die Demenzerkrankung ihrer Großeltern nicht nur negativ, sondern empfindendie häufig belastende Pflegesituation zu Hause durchaus als wichtige Erfahrung, die auch den Zusammenhalt der Familie fördern kann, zeigt das Schwerpunktthema von PRO ALTER. In diesem wird u.a. eine qualitative Studie vorgestellt, in der 15 Enkelkinder interviewt wurden, die in jungen Jahren über einen längeren Zeitraum Erfahrungen mit Demenz in der häuslichen Pflegesituation gesammelt haben. Außerdem wird der neue Lehrfilm „Apfelsinen in Omas Kleiderschrank“ vorgestellt, der dabei helfen kann das Thema Demenz in der Gesellschaft zu enttabuisieren und das Schweigen betroffener Familien in ihrer von der Demenz stark veränderten Situation zu durchbrechen. Der 30-minütige Hauptfilm begleitet aus Sicht des Enkelsohns Daniel das Zusammenleben seiner Familie mit der an Demenz erkrankten Großmutter über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren. „Heute kann ich gar nicht mehr verstehen, warum ich mich davor gefürchtet habe, dass andere die Demenz meiner Oma mitkriegen“, erklärt er in dem PRO ALTER-Interview. Neben dem Hauptfilm wurden zwei weitere Filmmodule entwickelt, die Tipps zum gemeinsamen Tun, zum Umgang und zur Kommunikation mit Demenzkranken geben. Durch die Filme und das didaktisch aufbereitete Begleitmaterial lässt sich die DVD nicht nur im Schulunterricht mit Jugendlichen einsetzen, sondern auch in berufsbildenden Schulen, Altenpflegeschulen sowie bei der Fort- und Weiterbildung von professionell Pflegenden oder aber bei der Angehörigenarbeit...

DVD: „Apfelsinen in Omas Kleiderschrank“ erscheint in Kürze!


Altersbild und Alterserleben im historischen Wandel – Serie Teil III:

Zwischen Reformation und Revolution – Von der Verachtung zur Huldigung des Alters?

Im dritten Teil der vierteiligen PRO ALTER-Serie blickt der Kölner Historiker Kai E. Wahle auf dem Wandel des Altenbildes im Verlauf der sogenannten Frühen Neuzeit, also von der Zeit der Reformation und des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) bis hin zur Zeit der Aufklärung und der großen Revolutionen gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Er schildert die Selbst- und Fremdbilder vom Alter sowie die Lebenswirklichkeiten der Altenbevölkerung auf dem Land und in der Stadt und hinterfragt dabei die in der Geschichtswissenschaft dominierende These von der „Inthronisation des Alters“ im 18. Jahrhundert...

Tierisch gut angekommen: Zwei Mini-Pferde in der Cafeteria

Wie viel Freude Tiere den Bewohnerinnen und Bewohnern, aber auch dem Personal von Alten und Pflegeheimen machen können, darüber hat PRO ALTER schon öfter berichtet (z.B. das Titelthema 1/2005 „Mit Tieren alt werden“). Dabei war meistens von Hunden, Katzen, Kaninchen und anderen Kleintieren die Rede. Doch es geht auch anders und größer, wie ein Beispiel aus Essen zeigt...


Körperliche Aktivität und ADL-Training zur Prävention von Mangelernährung bei Heimbewohnern

Fehl- und Mangelernährung sind aufgrund physiologischer, aber auch pathologischer Veränderungen bei älteren Menschen und insbesondere bei Menschen mit Demenz häufig. Nach Schätzung des MDK aus dem Jahr 2003 leiden in Deutschland 1,6 Millionen der über 60-Jährigen unter chronischer Mangelernährung. PRO ALTER stellt Studienergebnisse vor, die belegen, dass durch körperliche Aktivität und ADL-Training die Nahrungsaufnahme pflegebedürftiger Menschen positiv beeinflusst werden kann...

Lesetipps:

Ausführlich mit dem Thema „Essen und Trinken“ befasst sich auch das gleichnamige Titelthema der PRO ALTER-Ausgabe 3/2005

Crawley, Helen: "Essen und Trinken bei Menschen mit Demenz" (Band 3 aus der Reihe „Türen öffnen zum Menschen mit Demenz“), Köln 2005. ISBN 3-935299-80-X. Für 9,80 Euro.

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Typische Probleme in Altenheimen – Lösungsansätze für die Praxis:

Zahnmedizinisches Projekt verbessert die Mundgesundheit in der Pflege

Bei alten Menschen bleiben immer häufiger immer mehr eigene Zähne erhalten. Werden diese Menschen aber hilfe- und pflegebedürftig, haben immer weniger Personen einen einfach im Wasserglas zu reinigenden Zahnersatz, sondern es müssen hochwertige und komplexe Versorgungen wie z. B. Implantate oder Brücken gepflegt werden. Unterbleibt die Pflege, wird alles schnell zerstört, Schmerzen entstehen und die Kaufunktion geht verloren. In dieser Situation gibt es keine einfachen Lösungen. Deshalb haben sich Zahnärzte, Wissenschaftler, beruflich Pflegende und die AOK-Bayern zu einem deutschlandweit einmaligen zahnmedizinischen Modellprojekt zusammengeschlossen. Der Projektleiter, Professor Dr. Christoph Benz,stellt in ProAlter vor, wie und wodurch sich die Mundgesundheit pflegebedürftiger Menschen in neun Münchner Einrichtungen deutlich verbessert hat...