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Migration und Demenz - Vergessen in der zweiten Heimat

Kategorie:ProAlter Ausgaben
Datum:20. Jul 2007

Immer mehr Menschen mit Migrationshintergrund leben und arbeiten in den Einrichtungen der Altenhilfe im deutschsprachigen Kulturkreis. Höchste Zeit, dass sich diese Tatsache auch in der Arbeit und im Miteinander der Akteure und Klienten widerspiegelt...

In Deutschland leben und arbeiten immer mehr Menschen mit Migrationshintergrund in den Einrichtungen der Altenhilfe - es wird Zeit, dass sich diese Tatsache auch verstärkt in der Arbeit und im Miteinander der Akteure und Klienten widerspiegelt. Erst zögerlich berücksichtigt die Altenhilfe die Bedürfnisse von Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, insbesondere, wenn sie demenziell erkrankt sind, wie in PRO ALTER 2/2007 nachzulesen ist.

Migration und Demenz - Vergessen in der zweiten Heimat

Fast alle sozialpolitischen Gremien haben inzwischen die Brisanz der Entwicklung demenzieller Erkrankungen erkannt und fördern auch entsprechende Entlastungsangebote für Betroffenen und ihre Angehörigen. Doch eine Gruppe steht dabei immer noch zu oft außen vor: demenzerkrankte Migrantinnen und Migranten. Obwohl in Deutschland etwa 419.000 zugewanderte Mitbürgerinnen und Mitbürger leben, die 65 Jahre und älter sind, rücken sie erst seit wenigen Jahren und ganz zaghaft, ins Blickfeld der Altenhilfe. Pro Alter stellt im Titelthema neben den Problemen auch die ersten Ansätze und einige beispielhafte Projekte vor...

 

Weitere Themen dieser Ausgabe sind:

  • Gefühle ernst nehmen:
    Erlebensorientierte Pflege nach dem mäeutischen Pflegekonzept
  • Zeitzeugenberichte:
    Lebensnahe historische Informationen für die Altenhilfe
  • Von der Freifläche zum Garten:
    Gärten und Gärtnern in der Altenhilfe
  • KDA-Tagungen zur Umsetzung von Quartierskonzepten:
    Lebenswert und bezahlbar wohnen im Quartier
  • Altersbild und Alterserleben im historischen Wandel - Serie Teil IV:
    Die Neueste Geschichte – vom elitären zum allgemeinen Ruhestand
  • Bislang größter Kongress zur Tiergestützten Therapie:
    Junger Forschungsbereich in altehrwürdigen Hörsälen
  • Interview mit dem neuen KDA Vorstandsitzenden Dr. h. c. Jürgen Gohde:
    „Gesellschaftlicher Wandel nicht nur für eine älter werdende Generation, sondern mit ihr."

Titelthema:

Demenz und Migration - Vergessen in der zweiten Heimat

  • Beratung und Information gegen Vorurteile und Unwissenheit:
    „Alzheimer ist eine Strafe Allahs"
  • „Kulturfaire Assessments":
    Demenzen bei Migranten besser aufdecken
  • MDK-Pflegebegutachtungen:
    Umfassende Beratung von Migranten würde Zeitrahmen sprengen
  • Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz aus Russland:
    In „Nascha Kwartihra" feiert man den Internationalen Frauentag
  • Kulturelle Vielfalt in Heimen verankern:
    Erinnerungspflege durch „Feste feiern"
  • „...es wird lamentiert und ständig läuft der Fernseher":
    Eine Pflegewohnung in Zürich für Menschen aus dem Mittelmeerraum

„Demenzerkrankte Menschen mit Migrationshintergrund gehören zu den vergessenen Patienten des deutschen Gesundheits- und Sozialwesens", kritisieren Migrationsexperten in Pro Alter. „Ihre Lebenssituation muss immer noch als nahezu unerforscht gelten." Migranten und Migrantinnen verfügen häufig über falsche Informationen zum Krankheitsbild einer Demenz, die eher ein Tabuthema ist. Hier fehlen entsprechende kultursensible Informations- und Beratungsangebote, insbesondere für die pflegenden Angehörigen. Aber auch spezifische, niedrigschwellige pflegerische oder soziale Versorgungskonzepte sind kaum vorhanden. Doch die Zeit drängt, denn die erste Generation von Migranten ist bereits längst 70 Jahre alt und älter. Hinzu kommt, dass alle Forschungsergebnisse hinsichtlich der Alterungsprozesse eine Besonderheit aufzeigen: Auf Grund ihrer Biografie und ihrer im Vergleich zu Deutschen oft schlechteren Arbeits- und Lebensbedingungen setzen diese Prozesse bei Menschen mit Migrationshintergrund zirka fünf bis zehn Jahre früher ein als bei der deutschen Altersbevölkerung...

Mehr zum Thema "Demenz und Migration":

  • DIN-A1-Poster: „Feste feiern in der Altenhilfe" – Anlässe, Informationen und Deko-Ideen zur interkulturellen Festgestaltung.
    Von Christine Sowinski; Christian Nitz; Monika Reuß; Petra Germund und Volker Kowitz. Für 3 Euro.

    Auf dem Poster „Feste feiern in der Altenhilfe" finden Sie eine Auswahl verschiedener Anlässe, „Feste zu feiern" – unter religiösen, kulturellen, aber auch jahreszeitlichen Aspekten. Diese sind verknüpft mit kurzen Hintergrund-Informationen und praktischen Vorschlägen zur Dekoration und Festgestaltung. Die Umsetzung dieser Tipps machen nicht nur den Klienten der Altenhilfe Spaß, sondern auch Mitarbeitenden und Angehörigen. Zugleich bieten sie auch viele Anregungen zur Biografiearbeit für Menschen mit Demenz, insbesondere mit Migrationshintergrund.

Logo PrintausgabePoster "Feste feiern in der Altenhilfe" im KDA Online-Shop bestellen


Gefühle ernst nehmen:
Erlebensorientierte Pflege nach dem mäeutischen Pflegekonzept

Erlebensorientierte Pflege – oder Mäeutik – ist ein Ansatz in der Pflege alter Menschen, der bisher vor allem in den Niederlanden sehr bekannt und etabliert ist. Christine Sowinskierklärt in Pro Alter das von der niederländischen Pflegewissenschaftlerin Cora van der Kooijbegründete Konzept, das Pflegenden vor allemdabei helfen soll, Zugang zu Menschen mit Demenz zu finden...


Zeitzeugenberichte:
Lebensnahe historische Informationen für die Altenhilfe

Vom „Unaussprechlichen" zu berichten, was NS-Verfolgte in ihren jungen Jahren erlebt haben, fällt den Betroffenen häufig sehr schwer. Regelmäßig stattfindende „Erzählcafés" sind eine Möglichkeit, ihnen dafür ein Forum zu bieten. Erst seit Jüngstem existieren solche Zufluchts- und Begegnungsmöglichkeiten auch in Deutschland. Seit 2005 bietet das Erzählcafé in Köln nicht nur den Betroffenen die Möglichkeit zum Austausch untereinander, sondern auch beruflich Pflegende sind eingeladen, die besonderen Geschichten und Bedürfnisse dieser Menschen kennen zu lernen und das Erlebte mit in ihren Arbeitsalltag zu integrieren...


Von der Freifläche zum Garten:
Gärten und Gärtnern in der Altenhilfe

Einrichtungen, die einen altersgerecht und schön gestalteten Garten ihr Eigen nennen, können sich glücklich schätzen, eine solche Idylle z. B. bei Festen miteinbeziehen zu können. Doch das Vorhandensein eines Gartens allein erfüllt diesen noch nicht mit Leben. Gut gepflegt und konzeptionell eingebunden, kann daraus auch ein therapeutischer Nutzen für die Bewohner gezogen werden, wie der Pro Alter-Beitrag des Gartentherapeuten Andreas Niepel zeigt...


KDA-Tagungen zur Umsetzung von Quartierskonzepten:
Lebenswert und bezahlbar wohnen im Quartier

Quartiersbezogene Wohnkonzepte sind ein wichtiger Beitrag, um der demographischen Herausforderung gerecht werden zu können. Und obwohl bei vielen Altenhilfefachleuten und Sozialplanern weitgehend Übereinstimmung darüber besteht, dass die Schaffung derartiger Strukturen und Angebote nicht nur ein ökonomisches Erfordernis ist, sondern auch den Wünschen vieler älterer Menschen entspricht, können sich immer noch zu wenige etwas darunter vorstellen - ganz zu schweigen davon, so etwas zu realisieren. Um diese Wissenslücken zu füllen, hat das KDA im Frühjahr die beiden Fachveranstaltungen „Forum Quartier" in Essen und Leipzig veranstaltet, von deren Ergebnissen Holger Stolarz in Pro Alter berichtet...

Lesetipp:

  • "Ergebnisanalyse des Werkstatt-Wettbewerbs Quartier und Handlungsempfehlungen" Bertelsmann Stiftung/Kuratorium Deutsche Altershilfe (Hrsg.), KDA, Köln 2007. 107 Seiten.
    Die Broschüre kann kostenlos, jedoch gegen eine Versandkostenpauschale beim KDA bestellt oder im Downloadbereich heruntergeladen werden.

Logo PrintausgabeErgebnisanalyse im KDA Online-Shop bestellen


Altersbild und Alterserleben im historischen Wandel - Serie Teil IV:

Die Neueste Geschichte – vom elitären zum allgemeinen Ruhestand

Tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen kennzeichnen das 19. und 20. Jahrhundert. Dank einer ständig verbesserten gesundheitlichen Versorgung haben davon vor allem auch die immer älter werdenden Erwachsenen profitiert. Doch wie gingen sie mit der neugewonnenen Lebensphase um und wie gestalteten sie ihren „Ruhestand"? Der vierte und letzte Teil der Pro Alter-Serie gewährt einen Überblick über die verschiedenen Etappen in der Entwicklung vom elitären zum allgemeinen Ruhestand, die einhergehen mit einer geringer werdenden, in erster Linie privaten, hin zu einer vorwiegend öffentlichen Altersversorgung...


Bislang größter Kongress zur Tiergestützten Therapie:
Junger Forschungsbereich in altehrwürdigen Hörsälen

Tiergestützte therapeutische Angebote boomen. In den vergangenen Jahren hat eine zunehmende Professionalisierung stattgefunden; fundierte Weiterbildungen – mittlerweile sogar an einer deutschen Hochschule – sind entstanden; immer mehr Wissenschaftler forschen über die heilsamen Effekte von Tieren auf Menschen. Unter dem Motto „Mensch und Tier. Tiere in Prävention und Therapie" trafen sich im Mai an der renommierten Berliner Humboldt-Universität rund 450 Interessierte – Professoren, Praktiker, aber auch Studenten, um drei Tage lang die neuesten Erkenntnisse zu diskutieren und sich über Praxisbeispiele zu informieren...

Lesetipp:

  • KDA (Hrsg.): "Tiere öffnen Welten. Ideen – Projekte – Leitlinien zum fachgerechten Einsatz von Hunden, Katzen und Kaninchen in der Altenhilfe", Reihe: vorgestellt, Band 75, Köln: KDA, 2007, ISBN 978-3-935299-99-0. 150 Seiten. Für 16,50 Euro zzgl. Versandkosten.

Logo Printausgabe"Tiere öffnen Welten" im KDA Online-Shop bestellen


Interview mit dem neuen KDA Vorstandsitzenden Dr. h. c. Jürgen Gohde:
„Gesellschaftlicher Wandel nicht nur für eine älter werdende Generation, sondern mit ihr."

Seit Februar 2007 ist Dr. h.c. Jürgen Gohde Vorstandsvorsitzender des KDA, dem er schon seit 1996 als Kurator angehört. Der evangelische Theologe war von 1994 bis 2006 Präsident des Diakonischen Werks der Evangelischen Kirche in Deutschland und ist zurzeit u. a. Präsident des Europäischen Verbandes für Diakonie Eurodiaconia...