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Bundesweite Kampagne fordert Offenlegung der Pflegequalität in Alten-und Pflegeheimen

Kategorie:Pressemitteilungen
Datum:13. Jul 2007

Experten: Offenheit ist wirksamstes Mittel gegen „schwarze Schafe"

Experten: Offenheit ist wirksamstes Mittel gegen „schwarze Schafe"

Berlin, 13. Juli 2007. Führende Verbraucherschützer, Verbände und Betreiber aus der Altenpflegebranche haben sich für mehr Kundenmitsprache, Transparenz und Qualitätssicherung in der Betreuung und Pflege älterer Menschen zusammengeschlossen. Auf einer Pressekonferenz in Berlin haben sie die Kampagne „Transparenz durch Dialog" vorgestellt, mit der sie die Unternehmen der Branche zu mehr Offenheit gegenüber dem Kunden aufrufen. Erklärte Ziele der Kampagne sind:

  1. die Etablierung verbindlicher Qualitätsleitlinien für Alten-und Pflegeheime,
  2. die Veröffentlichung der Qualitätsergebnisse aller Einrichtungen in Deutschland,
  3. die Vergleichbarkeit der Pflege-und Betreuungseinrichtungen anhand ihrer Qualität.

Daher fordern die Initiatoren alle Betreiber von Senioreneinrichtungen auf, aktiv mitzuarbeiten, Informationen über die Qualität dieser Einrichtungen für alle zugänglich zu machen und so zur Einhaltung von Qualitätsleitlinien beizutragen. Auf diese Weise soll die Pflege-und Betreuungsqualität sichtbar und überprüfbar gemacht sowie Missstände gegebenenfalls schneller aufgedeckt werden.

„Nur Offenheit hilft gegen ‚schwarze Schafe'"

„Wenn alle Alten-und Pflegeheime ihre Bilanz offen legen, können sich die ‚schwarzen Schafe' nicht mehr verstecken. So hat endlich jeder die Möglichkeit, die Qualität von Pflegeeinrichtungen zu bewerten und mit anderen zu vergleichen. Offenheit und Transparenz sind die wirksamsten Wege zur dauerhaften Sicherung der Qualität zum Wohle des Kunden", so Helmut Wallrafen-Dreisow, Geschäftsführer der Sozial-Holding Mönchengladbach und einer der Initiatoren der Kampagne. Zur Initiative gehören weiterhin die Bundesinteressenvertretung der Heimbewohner (BIVA), das Kuratorium Deutsche Altershilfe e.V. (KDA), der Medizinische Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen (MDS) und der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. Mit dem Bundesverband der kommunalen Senioren-und Behinderteneinrichtungen e. V. hat mittlerweile der erste Verband seine Unterstützung für die Kampagne zugesagt.

Forderungskatalog

In einem Thesenpapier führen die Initiatoren ihre wichtigsten Forderungen auf:

  1. die Förderung eines Qualitätswettbewerbs in der Pflegebranche,
  2. die Offenlegung aller für die Beurteilung der Qualität relevanten Arbeitsergebnisse,
  3. die Etablierung eines kontinuierlichen Dialogs mit den Kunden über die Qualität der Pflege und Betreuung,
  4. die Berücksichtigung der Kundenperspektive bei der Veröffentlichung der
    Ergebnisse,
  5. die von der Bundesregierung angekündigte Initiative zur Veröffentlichung der Berichte des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherungen,
  6. die Intensivierung der Anstrengungen bei der Entwicklung und Umsetzung von Qualitätsleitlinien in der Pflege,
  7. die Einbeziehung der Kunden in die Reform der Pflegeversicherung.

Modellprojekte weisen den Weg

Mit einer Reihe wegweisender Projekte haben die Mitglieder der Initiative begonnen, die von ihnen geforderten Maßnahmen selbst umzusetzen. Mit dem ersten bundesweiten Heimverzeichnis, das derzeit erarbeitet wird, geht die Bundesinteressengemeinschaft der Heimbewohner (BIVA) einen wesentlichen Schritt zu einer generellen Vergleichbarkeit der Betreiber und Einrichtungen – vor allem aus Sicht der Betroffenen und ihrer Angehörigen. Das Verzeichnis bietet Heimbetreibern die Möglichkeit, ihr Leistungsangebot transparent darzustellen und durch Gutachter auf seine Nutzerfreundlichkeit überprüfen zu lassen. Das Heimverzeichnis wird vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz finanziell gefördert und soll bis Mitte 2009 verfügbar sein.

Bereits im vergangenen Jahr veröffentlichte die Sozial-Holding Mönchengladbach den bundesweit ersten Qualitätsbericht für Altenheime. Der Bericht beschreibt Organisation sowie Qualität des Unternehmens und seiner Einrichtungen, dokumentiert die Unternehmensentwicklung und beschreibt Stärken, aber auch Verbesserungspotenziale. Auf mehr als 100 Seiten werden die wichtigsten Qualitätsmerkmale beschrieben. Zugleich zeigt das Unternehmen an, wo Verbesserungsbereiche liegen und welche Schritte zu deren Optimierung unternommen werden. Das Dokument wird von Politik, Verbraucherschützern und Verbänden gelobt und gilt als beispielhaftes Pilotprojekt für die gesamte Branche.