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Pro Alter 1/2008

Kategorie: ProAlter Ausgaben - am 5. Mär 2009

Pflegestützpunkte - eine wirkliche Innovation?

Wohin entwickeln sich Beratungsstrukturen „Rund ums Alter" in Deutschland: Zu einem Flickenteppich oder einem einheitlichen Netz? PRO ALTER 1/08 berichtet über das Modellvorhaben Pflegestützpunkte und dem Versuch, Beratung zu bündeln und transparenter zu machen:

Titelseite Pro Alter 1/2008

Modell Pflegestützpunkte

„Da ist guter Rat teuer", mag es manch einem Ratsuchenden über die Lippen kommen, wenn er in Sachen „Hilfe und Pflege im Alter" auf Beratung angewiesen ist. Denn je nachdem, wo er in Deutschland lebt, weiß er entweder gar nicht, wohin er sich wenden soll und wer für seine Anliegen zuständig ist, oder aber er wird vielleicht nur teilweise beraten und so von einer Beratungsstelle zur anderen geschickt. Lücken im Beratungssystem zu schließen war und ist die Motivation vieler Projekte, die in einigen Bundesländern dazu angestoßen wurden, solche Extreme zukünftig zu vermeiden. Eine neue Qualität in der Beratung soll nun durch den Aufbau eines bundesweiten Netzes von Pflegestützpunkten geschaffen werden...

Weitere Themen dieser Ausgabe sind:

  • Schwerpunktthema: Aktivierung von künstlerischen Potenzialen:
    Malen mit und für alte Menschen
  • Langjähriger KDA-Geschäftsführer geht in den Ruhestand -
    Interview mit Klaus Großjohann: „Wichtig war und ist die Orientierung an der Wertschätzung des Individuums im Altehilfesystem"
  • Typische Probleme in Altenheimen – Lösungsansätze für die Praxis:
    Wie die Eingewöhnung von Heimbewohnern und ihre Sozialkontakte untereinander gefördert werden können.
  • Lernen vom Bericht des Monats unter www.kritische-ereignisse.de:
    Aspiration einer Tablette
  • SOwieDAheim:
    Hessisches Projekt lädt alte Menschen zur Betreuung in Privathaushalte ein
  • Wie sich Angehörige von demenzkranken Heimbewohnern gegenseitig unterstützen:
    „Weiße Trauer" ist Abschied auf Raten
  • Seniorenpolitisches Pilotprojekt:
    NAIS macht Kommunen fit für die Zukunft

 


Titelthema:

Pflegestützpunkte - eine wirkliche Innovation?

  • Modell Pflegestützpunkte
    Beratungsstrukturen: Flickenteppich oder einheitliches Netz
  • Interview: Pilot-Pflegestützpunkte – was nun?
    „Beratung muss quartiersnah und niedrigschwellig sein"
  • Vom Rat bis zu aktiven Hilfen im Einzelfall:
    Seniorenbüros in Dortmund – ein Modell für die Entwicklung von Pflegestützpunkten

Selbst in großen Städten, wo es schon relativ gute Beratungsstrukturen gibt, müssen nach wie vor Hilfesuchende, die in eine Pflegesituation kommen, in aller Regel nicht durch eine Stelle Hilfe erfahren, sondern durch sehr, sehr viele verschiedene. Sie müssen zurzeit viel zu viele Institutionen aufsuchen, ob Wohnberatung, Pflegeversicherungsberatung oder eine Stelle zur Organisation von Hilfsmitteln usw. Für jede Person, die in so eine Pflegesituation kommt, ist das völlig neu, oft sie sich damit überfordert. Das Modellvorhaben der Bundesministeriums für Gesundheit über Pilot-Pflegestützpunkte ein Netz von Beratungsstellen mit gebündelter Kompetenz in Deutschland zu schaffen ist Thema der aktuellen PRO ALTER-Ausgabe. Die Haltung des KDA zu den Pflegestützpunkten ist dabei ganz klar: Beratung muss quartiernah und niedrigschwellig sein. Also: keine Besuche mehr in unübersichtlichen großen Ämtern bei zahlreichen Stellen und keine größeren Anfahrtsstrecken für die Ratsuchenden...


Schwerpunktthema:

Kunst kennt kein Alter

  • Pinseln für die Seele:
    Malen mit und für alte Menschen
  • Seniorenakademie Schwalenberg
    wo die Kunst kein Alter kennt
  • „Wo man Freude am Bild hat, lässt sich's gut leben!"
    Malen mit demenziell Erkrankten in stationären Einrichtungen – eine praktische Anleitung

Eine von vielen Möglichkeiten der Beschäftigungstherapie ist Malen. ProAlter will mit zwei Beiträgen zeigen, dass es sich lohnen kann, wenn Menschen, die in der Altenhilfe arbeiten, mit dieser kreativen Tätigkeit den Alltag ihrer Klientinnen und Klienten beleben. So zeigt der erste Beitrag über eine Seniorenakademie, wie alte Menschen mit gesundheitlichen Problemen durch aktives Malen Fähigkeiten erhalten oder wieder erlangen, die zur besseren Bewältigung ihres Alltags von Nutzen sind. Denn Malen weckt körperliche Empfindungen und Gefühle, von denen vor allem auch Menschen mit Demenz profitieren können, wenn es richtig gemacht wird. Die Aktivierungstherapeutin und Buchautorin Ute Schmidt-Hackenberg beschreibt in ihrem detaillierten Beitrag, wie trotz enger Zeitbudgets mit einer guten Organisation Farbe ins Heim und in den Alltag auch schwerstkranker Heimbewohner kommen kann, und gibt viele praxisnahe Anleitungen für „geführte" Malstunden mit Menschen mit Demenz...


Interview mit Klaus Großjohann:

„Wichtig war und ist die Orientierung an der Wertschätzung des Individuums im Altehilfesystem"

17 Jahre lang hat er das Kuratorium Deutsche Altershilfe als Geschäftsführer geleitet. Am 31. März 2008 ist er in den Ruhestand gegangen. Im ProAlter-Interview erzählt der Sozialwissenschaftler Klaus Großjohann, wie er auf Umwegen zur Altenhilfe kam, welche besonderen Herausforderungen in seinen ersten KDA-Jahren zu meistern waren und wo er die Zukunft der unabhängigen und gemeinnützigen Altenhilfe-Institution sieht...


Gewohnheiten bestimmen das Leben:

Die „persönliche Gebrauchsanweisung" erleichtert das Miteinander von Klienten und beruflichen Pflegenden (mit Ausfüllformular zum Kopieren)

Die KDA-Pflegeexpertin Christine Sowinski erklärt in ProAlter die Bedeutung individueller Gewohnheiten von Heimbewohnern. Sie hat eine einfache Kopiervorlage erstellt, anhand derer Mitarbeitende von Altenpflege-Einrichtungen die wichtigsten Lebensgewohnheiten alter Menschen in Erfahrung bringen und die natürlich einfach durch eigene Erfahrungen erweitert werden können...


Typische Probleme in Altenheimen – Lösungsansätze für die Praxis:

Wie die Eingewöhnung von Heimbewohnern und ihre Sozialkontakte untereinander gefördert werden können

Individuelle Betreuungsmaßnahmen von Heimbewohnerinnen und -bewohnern sind häufig nicht gut organisiert. Die Aufgaben müssen sich auf den Schultern von Mitarbeitenden so unterschiedlicher Bereiche wie Pflege, Hauswirtschaft oder Sozialer Dienst verteilen. Kommunikationsprobleme untereinander gehen zu Lasten des Wohlbefindens von Bewohnern und ihren Angehörigen sowie der Mitarbeiterzufriedenheit. Der Beitrag zeigt Lösungen auf, wie Einrichtungen individuelle Betreuungsmaßnahmen besser koordinieren und damit gleichzeitig ihr eigenes Profil stärken können...


Lernen vom Bericht des Monats unter www.kritische-ereignisse.de:

Aspiration einer Tablette

Der Bericht des Monats „Aspiration einer Tablette" in dem KDA-Online-Berichts- und Lernsystem „Aus kritischen Ereignissen lernen" für den März macht deutlich, dass auch bei so häufig vorkommenden Ereignissen wie dem Verschlucken an einer Tablette Unklarheiten darüber bestehen, was Pflegende in solchen Situationen unternehmen können. Auch eine Recherche in den gängigsten Pflegefachbüchern war nicht zufriedenstellend für die Beantwortung dieser Frage. Unklar blieb vor allem, ob der Einsatz eines Absauggerätes in einem solchen Fall indiziert ist. Erst mehrere Gespräche mit Notärzten führten zu Erkenntnissen, die in der KDA-Stellungnahme zu diesem Bericht veröffentlicht wurden. Damit ist er zugleich zu einem Baustein für die Erweiterung des pflegerischen Fachwissens avanciert...


„SOwieDAheim? – Das probieren wir!"

Hessisches Projekt lädt alte Menschen zur Betreuung in Privathaushalte ein

Tagespflege im trauten Heim fremder Menschen, ist das möglich? Um dies herauszufinden, wird derzeit ein von den Spitzenverbänden der Pflegekassen finanziertes Modellprojekt im Main-Kinzig-Kreis erprobt. Die hessische Initiative hat sich ein in Schottland entwickeltes und bewährtes Konzept zur „häuslichen Tagespflege" zum Vorbild genommen und überprüft seit dem 1. Juli 2006, ob sich dieses auf deutsche Verhältnisse übertragen lässt. Inzwischen haben neun anerkannte Gasthaushalte ihre Arbeit aufgenommen. Mitarbeitende berichten in ProAlter über die Projektidee sowie erste Erfahrungen und Ergebnisse...

 


Wie sich Angehörige von demenzkranken Heimbewohnern gegenseitig unterstützen:

„Weiße Trauer" ist Abschied auf Raten

„Ich kann meiner Mutter einfach nichts recht machen", lässt Gisela Walter* Dampf ab. Seit acht Jahren besucht sie die alte Dame jeden zweiten Tag im Seniorenheim – und erntet nur Undank von der 88-jährigen dementen Frau. Für Gisela Walter eine zermürbende Erfahrung. Frustriert fährt sie wieder nach Hause – alleine mit ihrer Sorge um die alte Dame und den Schuldgefühlen. Ihr Umfeld hat kein Verständnis für die psychische Belastung, schließlich werde die altersverwirrte Frau doch jetzt gut versorgt. Ganz anders empfinden es die Angehörigen von Menschen, deren demenzkranke Partner oder Eltern auch im Heim leben. Im rheinischen Monheim-Baumberg haben sie sich zu einer ungewöhnlichen Selbsthilfegruppe zusammengeschlossen...
(* Name von der Redaktion geändert)


Seniorenpolitisches Pilotprojekt:

NAIS macht Kommunen fit für die Zukunft

Der vieldiskutierte demographische Wandel ist längst in vollem Gange. Es kann nicht darum gehen, ihn etwa aufzuhalten oder gar zu verhindern – vielmehr sind Strategien gefragt, um mit den tiefgreifenden demographischen Veränderungen umzugehen und sie zu gestalten. Mit dem Projekt „NAIS – Neues Altern in der Stadt" will die Bertelsmann Stiftung die Städte und Gemeinden dabei unterstützen...