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82 Prozent arbeiten fünf Jahre nach Ausbildungs-Abschluß nicht mehr in der Pflege - KDA-Magazin Pro ALTER veröffentlicht neue Studienergebnisse

Kategorie:Pressemitteilungen
Datum:19. Dez 1997

Köln (KDA), 19. Dezember 1997 - Fünf Jahre nach dem Ende ihrer Berufsausbildung befinden sich nur noch etwa 18 Prozent der Altenpflegerinnen und Altenpfleger eines Ausbildungsjahrgangs in ihrem erlernten Beruf. Vier von fünf der AusbildungsabsolventInnen

Köln (KDA), 19. Dezember 1997 - Fünf Jahre nach dem Ende ihrer Berufsausbildung befinden sich nur noch etwa 18 Prozent der Altenpflegerinnen und Altenpfleger eines Ausbildungsjahrgangs in ihrem erlernten Beruf. Vier von fünf der AusbildungsabsolventInnen von 1992 stiegen bis 1997 aus der Altenpflege aus. Das berichtet Pro ALTER, das Magazin des Kuratonums Deutsche Altersliilfe, in seiner gerade erschienenen Ausgabe 4/1997. Das Magazin nennt die neuesten Ergebnisse der Längsschnittstudie ,,Berufseinmündung und Berufsverbleib von Altenpflegekräften", die das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), teilweise mit Unterstützung des Kuratoriums Deutsche Altershilfe, durchgeführt hat. Die Berufsbildungsforscher hatten die AbsolventInnen von mehr als 300 westdeutschen Altenpflegeschulen - 85 Prozent waren Frauen - zwischen dem Ende ihrer Ausbildung (1992) und dem Ende ihrer ersten fünf Berufsjahre mehrfach befragt. Etwa ein Viertel der examinierten Altenpflegekräfte war schon im ersten Jahr aus dem gerade erlernten Beruf wieder ausgestiegen. Die dafür am häufigsten genannten Gründe waren "körperliche und psychische Überforderung", ",schlechte Arbeitsbedingungen" und - bei den Frauen - "Mutterschaft".

Während bei der Befragung 1994 noch etwa 65 Prozent auf die Frage, ob Altenpflege ein Lebensberuf sei~ mit "Ja" antworteten, hatte sich diese Zustimmung bis 1996 drastisch reduziert. Am Ende des vierten Berufsjahres wollte diesen Beruf nur noch knapp ein Drittel auf Dauer ausüben, berichtet Pro ALTER.

Wichtigster Belastungsfaktor: Fehlende Zeit

Bei der letztmaligen Befragung 1997 bemängelten nach Angaben des KDA-Magazins 70 Prozent, daß sie zu wenig Zeit für ihre Pflegearbeit - insbesondere auch für Gespräche mit älteren Menschen - hätten. Mit durchschnittlich 17 Personen waren nach Auskunft der befragten Altenpflegerlnnen 1997 pro Schicht durchschnittlich fünf Personen pro Schicht (in stationären Alteneinrichtungen) mehr zu pflegen als noch 1993 vor Einführung der Pflegeversicherung.

Im Durchschnitt standen 1997 gerade 26 Minuten Pflegezeit je Pflegebedürftigen zur Verfügung, gaben die AltenpflegerInnen an. Um verantwortlich und bedürfnisgerecht. pflegen zu können, wären nach den Antworten der befragten Pflegekräfte aber 48 Minuten - und damit fast doppelt so viel Zeit - notwendig gewesen.

82 Prozent der Altenpflegerlnnen fühlten sich aufgrund ihres Berufes in ihren sozialen Kontakten "massiv gestört und beeinträchtigt". "Ich kann nicht mehr abschalten", lautete eine häufig genannte Klage. Für mehr als 70 Prozent der Befragten war dies der wichtigste Grund, um einen beruflichen Umstieg vorzunehmen, berichtet Pro ALTER. Von denjeni gen, die für die unmittelbare Zukunft einen Um- oder Ausstieg planten, wollten 30 Prozent die Altenpflege in Richtung eines "therapeutischen Berufs" (Ergo- und Beschäfti gungstherapie) verlassen. Ein Viertel sah in der Krankengymnastik eine berufliche Zu kunft, und knapp 15 Prozent wollten studieren (meist Sozialpädagogik, Psychologie. Gerontopsychiatrie oder Pflegewissenschaft).

Eine so hohe Aussteigerrate wie in der Altenpflege gebe es wohl in keinem anderen (Frauen-)Beruf, schreibt das KDA-Magazin. Selbst Verkäuferinnen blieben im Schnitt wesentlich länger ihrer Profession treu. Während noch 65 Prozent von ihnen fünf Jahre nach dem Start in ihrem Beruf arbeiteten, seien es bei den ausgebildeten Altenpflegekräften gerade mal 18 Prozent, berichtet Pro ALTER.

Weitere Themen der neuesten Ausgabe 4/1997 des KDA-Magazins sind:

· Mehr Wohlbefinden durch richtige Farben - Wie ältere Menschen Farbe erleben
· Wenn Pflegekräfte Fehler machen: Wer haftet wann wofür?
· Zankapfel (Pflege-)Hilfsmittel in Heimen
· Vorsicht vor Trickdiebstahl! - Ältere sind häufig Opfer
· SeniorentheateR "Wir bringen unser Leben auf die Bühne"
· Deutscher Seniorenpreis Multimedia vergeben
· Schluß mit der Bequemlichkeit - Training im Alterssport

Pro ALTER ist zu beziehen beim Kuratorium Deutsche Altenhilfe, Abt. Öffentlichkeitsarbeit, An der Pauluskirche 3, 50677 Köln, Telefax (0221) 93 18 47-6 Das Magazin erscheint viermal im Jahr. Die Bezugsgebühr für das Jahresabonnement betragt 24 DM (einschließlich Porto und Inlandsversand), das Einzelheft kostet 7DM (zuzüglich Porto- und Versandkosten).Presse mitteilung