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Das KDA hat eine „Bestandsaufnahme und Entwicklungsmöglichkeiten niedrigschwelliger Betreuungsangebote im Rahmen der Pflegeversicherung“ durchgeführt.

Ob Hilfe im Haushalt, das Begleiten beim Arztbesuch oder die Unterstützung beim Gedächtnistraining: Die Palette von Unterstützungsangeboten ist groß. Doch bei den potenziellen Nutzern sind die „Angebote und Möglichkeiten der Inanspruchnahme häufig nicht bekannt“, lautet eines der zentralen Ergebnisse einer neuen Studie über niedrigschwellige Betreuungsangebote des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA). Zusammen mit der Prognos AG hat das KDA von November 2014 bis September 2016 im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit das Projekt „Bestandsaufnahme und Entwicklungsmöglichkeiten niedrigschwelliger Betreuungsangebote im Rahmen der Pflegeversicherung“ durchgeführt.

„Ob die Angebote nun Menschen mit Pflegebedarf oder auch ihren pflegenden Angehörigen zugutekommen, sie sollten Kompetenzerhalt, Ressourcenorientierung, Selbstbestimmung und Selbstständigkeit sowie die Förderung gesellschaftlicher und sozialer Teilhabemöglichkeiten sowie die Prävention im Blick haben“, erklärt der KDA-Vorstandsvorsitzende Professor Frank Schulz-Nieswandt.

Weitere Ergebnisse der Bestandsaufnahme in allen 16 Bundesländern: „Der Begriff der Niedrigschwelligkeit ist für Laien schwer verständlich.“ Informationen über Angebote seien auch für Multiplikatoren, etwa in Beratungsstellen, nicht ausreichend verfügbar. Mit dem Inkrafttreten des Ersten Pflegestärkungsgesetzes (PSG I) im Januar 2015 wurden die sogenannten „Angebote zur Unterstützung im Alltag“ nicht nur umbenannt, sondern auch gestärkt. Sie werden in der Regel von Ehrenamtlichen erbracht und sind häufig kostengünstiger als andere Betreuungsangebote, beispielsweise von einem ambulanten Pflegedienst. Die Betreuung erfolgt stundenweise und nach Bedarf.

Neben der Bestandsaufnahme in den Bundesländern thematisiert die Untersuchung auch Perspektiven zur Weiterentwicklung der niedrigschwelligen Betreuungsangebote. Sie könnten „geeignet sein, bundesweit Angebotsstrukturen zu entwickeln, die dem steigenden Bedarf und der sukzessive zunehmenden Nachfrage nach ressourcen- und bedarfsorientierten Angeboten ein in quantitativer und qualitativer Hinsicht zufriedenstellendes Angebot gegenüberstellen“, heißt es in der Untersuchung. Eine der insgesamt fünf Perspektiven: Eine verstärkte Angebots- statt Anbieterorientierung sei notwendig sowie der Auf- und Ausbau von kleinräumig recherchierbaren Datenbanken. Zudem sei eine „netzwerkorientierte partizipative Qualitätsentwicklung erforderlich, um Impulse zur quantitativen und qualitativen Weiterentwicklung von Betreuungs- und Entlastungsangeboten“ zu entwickeln.

Erkenntnisse aus der Untersuchung wurden bereits beim Zweiten und Dritten Pflegestärkungsgesetz (PSG II, PSG III) aufgegriffen, zum Beispiel die Einführung von für Bürger besser verständlichen Begrifflichkeiten, die Schaffung gesetzlicher und untergesetzlicher Grundlagen zur künftig besseren Recherchierbarkeit und Vergleichbarkeit anerkannter Angebote, der Ausbau der Fördermöglichkeiten sowie die Ermöglichung der Förderung regionaler Netzwerke.

Download der Studie: www.bundesgesundheitsministerium.de (Service → Publikationen → Pflege)