Zur Hauptnavigation springen Zum Seiteninhalt springen Zur Informationsnavigation springen

Bundesbauministerium will Sensibilität für altersgerechtes Bauen fördern

Kategorie:Pressemitteilungen
Datum:10. Mär 2010

Wohnen im Alter verbinden viele mit Wohnen im Heim. Tatsächlich leben nur sieben Prozent der älteren Menschen in speziell für das Alter geschaffenen Wohnformen. Die häufigste Wohnform im Alter ist nach wie vor die normale Wohnung. Doch die meisten dieser Wohnungen sind nicht altersgerecht, resümiert das Kuratorium Deutsche Altershilfe in seiner jetzt abgeschlossenen Untersuchung.

Köln, 10. März 2010. Wohnen im Alter verbinden viele mit Wohnen im Heim. Tatsächlich leben nur sieben Prozent der älteren Menschen in speziell für das Alter geschaffenen Wohnformen. Die häufigste Wohnform im Alter ist nach wie vor die normale Wohnung. Doch die meisten dieser Wohnungen sind nicht altersgerecht, resümiert das Kuratorium Deutsche Altershilfe in seiner jetzt abgeschlossenen Untersuchung.

Im Rahmen des Forschungsvorhabens des Bundesbauministeriums „Marktprozesse und wohnungspolitischer Handlungsbedarf“ hat das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) die Wohnsituation älterer Menschen in Deutschland untersucht und die Sachverständigenkommission „Wohnen im Alter“, die der Deutsche Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V. in Kooperation mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung im Rahmen des oben genannten Forschungsvorhabens einberufen hat, wissenschaftlich begleitet. Die aktuelle, repräsentative Befragung von 1.000 Seniorenhaushalten, die das KDA im Rahmen des Forschungsvorhabens durchgeführt hat, ergab, dass gerade einmal fünf Prozent aller Altershaushalte in Wohnungen leben, die als barrierefrei bzw. barrierearm gelten. Dies entspricht ca. 550.000 Wohnungen.

„Hinzu kommt, dass auch das Wohnumfeld, in dem ältere Menschen leben, viele Mängel aufweist“, konstatiert Ursula Kremer-Preiß, Leiterin des Fachbereichs Wohnen im Quartier und dort zuständig für die Bereiche Wohnungsanpassung, neue Wohnformen im Alter sowie quartiersbezogene Wohnkonzepte. „Rund zwei Drittel der älteren Menschen leben nicht im Zentrum, sondern in Randlagen. Damit ist die selbstständige Haushaltsführung vielfach gefährdet.“

Hohe Investitionen erforderlich

Um die Wohnungen an die Bedürfnisse des Alters anzupassen, sind erhebliche Investitionen notwendig. Die Sachverständigenkommission „Wohnen im Alter“, ermittelte auf der Grundlage der KDA-Studie, dass allein für mobilitätseingeschränkte Senioren bis 2013  2,5 Mio. Wohnungsanpassungen mit einem Investitionsbedarf von 39 Mrd. € notwendig wären.

„Weil die konkrete Nachfrage nach solchen Wohnangeboten in Zukunft ganz rapide steigen wird, bieten sich gerade für öffentliche wie auch für private Träger, für Architekten, Handwerk, Stadt- und Quartiersplaner ganz neue Marktchancen“, so Ursula Kremer-Preiß. Die im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung erstellte KDA-Studie vermittelt anhand zahlreicher Beispiele, wie ökonomische und bautechnische Herausforderungen, rechtliche und förderpolitische Regelungen und auch die Beratung zum altersgerechten Bauen optimiert werden können. Herausgegeben wird die komplette Studie voraussichtlich Anfang April. Weitere Ergebnisse finden sich in der aktuellen März-Ausgabe von „Pro Alter“, dem KDA-Fachmagazin für Lebensqualität im Alter.

Ansprechpartner für die Presse:
Peter Kolakowski Tel.: (0221) 931847-19
Simone Helck Tel.: (0221) 931847-10
E-mail: presse@kda.de

Hintergrund KDA:
Das Kuratorium Deutsche Altershilfe engagiert sich seit fast 50 Jahren im Bereich der Altenhilfe. Das KDA ist damit Deutschlands ältestes Fachinstitut, das sich fachübergreifend mit der Lebenssituation älterer Menschen befasst. Unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler erarbeitet ein unabhängiges Expertenteam Projekte – darunter für Ministerien, Kommunen und Verbände - und bietet Beratung und Fortbildung für Entscheider und Fachkräfte an.