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Die Messe Düsseldorf und das Kuratorium Deutsche Altershilfe luden zum interdisziplinären Erfahrungsaustausch zur Sicherung einer nachhaltigen Quartiersentwicklung ein

Der diesjährige REHACARE-Kongress „Wir fürs Quartier“ wurde zum zweiten Mal vom Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) konzipiert und zusammen mit dem Veranstalter der REHACARE organisiert. Interessierte Akteure hatten die Möglichkeit sich einen Gesamtüberblick zur altersgerechten Quartiersentwicklung in NRW und darüber hinaus zu verschaffen. Inhaltlich ging es vor allem darum, interessante Finanzierungswege und nachhaltige Geschäftsmodelle für Quartiersansätze vorzustellen und zu diskutieren.

Helmut Kneppe, geschäftsführender Vorstand des KDA, begrüßte die rund 200 Teilnehmenden. „In den vergangenen Jahren haben sich viele interessante Ansätze, Modelle und Ideen in den Quartieren entwickelt. Vielleicht sind noch nicht alle marktfähig und viele betreten noch ungewohnte Wege, aber wir sollten in einen verstärkten Austausch darüber treten, wie eine „neue Sozialökonomie fürs Quartier“ aussehen könnte.“ forderte Kneppe.

„Die Erfahrung zeigt, dass der nachhaltige Betrieb und die dauerhafte Finanzierung für viele Akteure, die sich mit Quartiersansätzen beschäftigen, eine der größten Herausforderungen ist“ betonte Ursula Kremer-Preiß, Leiterin des Bereichs Wohnen und Quartiersgestaltung des KDA. Daher standen Projekte und Initiativen, die bereits tragfähige Geschäftsmodelle entwickeln und teilweise sogar schon erproben konnten, im Fokus des diesjährigen REHACARE-Kongresses. „In diesem Feld hat sich in den vergangenen Jahren viel bewegt und viele gute Ansätze sind – auch mit großer Unterstützung der Landesregierung – gefördert worden. Aber jede Förderung hat einmal ein Ende. Wenn wir die altersgerechte Quartiersentwicklung nachhaltig in die Fläche bringen wollen, brauchen wir tragfähige Geschäftsmodelle“, stellte Kremer-Preiß fest.

Prof. Dr. Rolf Heinze, Leiter des Lehrstuhls für Allgemeine Soziologie, Arbeit und Wirtschaft an der Ruhr-Universität Bochum betonte, wie wichtig es sei, auch bei der Finanzierung von Quartiersansätzen innovative, bisher unbeschrittene Wege zu gehen: „Wir brauchen „Ideenpartisanen“. Zudem sprach er sich für eine „Entsäulung“ der Leistungsbereiche und Entwicklung „hybrider“ Geschäftsmodelle aus. Hierzu sei es erforderlich, in diesem Bereich neue Verbündete zu finden.

Michael Vollmann, Mitgründer und Geschäftsführer der digitalen Nachbarschaftsplattform „nebenan.de“ berichtete, wie Investoren die großen Potentiale neuer Medien zur nachhaltigen Vernetzung der Quartiersbevölkerung untereinander entdecken und, wie sich hier neue Finanzierungswege und Umsetzungswege mit technischen Lösungen auftun.

Dr. Bettina Kruth vom Evangelischen Johanneswerk machte Mut: „Auch wenn es nicht gleich im ersten Versuch gelingt, ein tragfähiges Konzept zu entwickeln. Verfolgte Strategien, die nicht funktioniert haben, bereiteten jeweils den Boden für neue, besser funktionierende Ansätze – Wir scheitern uns zum Erfolg“. Und dies kann sich durchaus für die Leistungsträger lohnen.

Ramona Klar von den Städtischen Seniorenheimen Krefeld berichtete, wie das neue Geschäftsmodell ihres Trägers – mittels eines sektorenübergreifenden Gesamtversorgungsvertrages die Leistungen des Heims auch Quartiersbewohnern bereitzustellen – Potentiale für die eigene Unternehmensentwicklung eröffnet.

Auf dem Quartiersmarkt stellten über 30 Akteure und Initiativen ihre Modelle und Projekte einem breiten Kongresspublikum vor. Im Anschluss wurden an 10 verschiedenen Thementischen tragfähige (Geschäfts-)modelle detailliert vorgestellt und mit den insgesamt knapp 200 TeilnehmerInnen diskutiert.

Der diesjährige Kongress fand unter der Schirmherrschaft des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen statt.

Foto: Messe Düsseldorf/ctillmann