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Kategorie:KDA Nachrichten
Datum:29. Jun 2015

Die Mitglieder des Kuratoriums haben am 8. Juni 2015 einstimmig das vom Vorstand vorgelegte Strategiepapier „KDA 2030“ sowie die daraus folgende Umsetzungsplanung verabschiedet.

Seit nunmehr über 50 Jahren gehört das KDA zu den zentralen Institutionen in diesem Land, wenn es um die Vertretung der Interessen älterer Menschen im (sozial-)politischen Raum geht. Keine andere Organisation kann auf derart viele Erfolge im Bemühen um die Verbesserung der Lebenslagen älterer Menschen verweisen wie das KDA. Vor diesem Hintergrund muss die aus der Tradition gewachsene Konzentration des KDA auf das hilfebedürftige Alter überprüft werden. Die Potenziale des Alters bekommen eine zunehmende Bedeutung. Das KDA muss sich angesichts der wachsenden sozialen Ungleichheiten im Alter neu positionieren und benötigt ein neues Leitbild – eingebunden in die bewährte sozialanwaltliche Tradition, die aus Gerechtigkeitsgründen auch künftig zwingend geboten ist. Das KDA steht dabei vor einer Entwicklungsaufgabe. Es geht um die Schärfung des Profils des KDA.

Die Bundesrepublik Deutschland benötigt Altersbilder und Handlungsziele, die der Differenziertheit der Lebenslagen und zugleich den wachsenden gesellschaftlichen Potenzialen Älterer entsprechen. Es ist darauf hinzuwirken, einerseits Risiken anzuerkennen und Strategien zu deren Verringerung zu entwickeln, sodass individuelle Not fachlich fundiert gelindert bzw. überwunden wird. Deshalb ist es Zeit für das Überarbeiten unserer Strategie. Das KDA – unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten – verfügt mit seinen Kuratorinnen und Kuratoren über eine umfassende Expertise. Es ist prädestiniert für eine neutrale Plattform für Vernetzung und Dialoge. Im Verlauf des Jahres 2014 sind nach Abstimmung in Vorstand und Aufsichtsrat im Rahmen einer Zukunftswerkstatt Wege für eine Zukunft des KDA diskutiert worden.

Das KDA versteht sich in erster Linie als Gestaltungspartner und Dienstleister, als Impulsgeber und Ratgeber, als Kommentator und als Wegweiser, sowohl für einzelne Menschen wie auch für Institutionen. Dazu werden Informationen gesammelt, muss fachlich fundiertes Wissen exzellent aufbereitet und an den richtigen Stellen platziert werden. Notwendig sind präzise Kommunikations- und Verbreitungsstrategien sowie eine tragfähige Finanzierungsbasis. Dabei ist das Handeln in neuen Gestaltungspartnerschaften Teil des programmatischen Selbstverständnisses. Zudem werden der im KDA vorhandene Sach- und Fachverstand, Talente und Erfahrungswissen der älteren Menschen aufgrund neuer Erkenntnisse im lebenslangen Lernen, selbst genutzt. Künftig rücken die Kommunen neben den bewährten Partnern des KDA verstärkt in den Fokus des KDA. Zentrale Herausforderungen auf kommunaler Ebene sind unter anderem die Gestaltung von Lebens- und Wohnformen im städtischen und ländlichen Raum für alle Lebensalter, die Gestaltung einer Beteiligungskultur mit und für ältere Menschen, Teilhabeförderung und Prävention im Rahmen der Daseinsvorsorge unter Beteiligung der Betroffenen sowie die inklusionsorientierte Versorgung und Unterstützung vor Ort. Das KDA kann hier mit seinen Kompetenzen Dienstleistungen, etwa Konzeptentwicklung und -begleitung, Evaluation sowie Beratung zur qualitativen Weiterentwicklung von ambulanten und stationären Versorgungskonzepten anbieten. Darüber hinaus beteiligt sich das KDA am öffentlichen Dialog. Wesentliche Kooperationspartner sind dabei neben den Akteuren auf kommunaler Ebene auch Politik und Verwaltung auf Länder-, Bundes- und europäischer Ebene, die Spitzenverbände der Leistungserbringer, der Freien Wohlfahrtspflege und der Privaten Pflegeverbände, die Sozialleistungsträger, die Organisationen der Älteren, Medien, Hochschulen sowie Unternehmen.

Um den zukünftigen Aufgaben gerecht zu werden, wird der KDA e. V. seinen Sitz nach Berlin verlagern. Darüber hinaus wird das KDA zeitnah eine gGmbH mit Sitz in Berlin gründen. Damit trägt das KDA der Notwendigkeit einer bundesweiten Präsenz und der Nähe zu Politik und Entscheidungsträgern auf Bundesebene Rechnung. Eine neue Geschäftsführung wird für den KDA e. V. und die gGmbH verantwortlich sein. Daneben wird für die Aktivitäten in Westdeutschland eine Geschäftsstelle des KDA in Köln bestehen bleiben, mit Heike Nordmann als Leiterin. Das KDA wird seine operativen Aktivitäten und internen Prozesse modernisieren und seine Kuratorinnen und Kuratoren verstärkt einbeziehen.

Dr. h. c. Jürgen Gohde

Download: KDA 2030 - Strategiepapier