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Selbstbestimmt dement - Ethische Herausforderungen in einer alternden Gesellschaft

Art.-Nr.:8105, Veröff.:2015, 72 Seiten, Autor:
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Was macht einen Menschen aus, wenn er seine kognitiven Fähigkeiten verliert? Sind Demenz und Autonomie per se ein Widerspruch? Und sind Illusion und Täuschung zu entschuldigen, wenn es darum geht, das Leben mit Demenz lebenswerter zu machen? Dies sind nur einige der Fragen, mit denen sich Sozialethiker und Gerontopsychiater, aber auch demenzkranke Menschen und ihre Angehörigen im Schwerpunkt der Septemberausgabe von ProAlter beschäftigen.

Bei schwierigen ethischen Entscheidungen sollten vor allem die Menschen mit Demenz selbst in den Blick genommen werden, sagt der Wuppertaler Gerontopsychiater Nikolaus Michael. Nie dürfe dabei zu einer Entscheidung gedrängt werden, Ängste könnten die Entscheidungsfreiheit enorm einengen, weiß Nikolaus Michael. Das empathische Herangehen an ethische Konflikte bedeute auch das Einbringen eigener Empfindungen wie Bedauern oder Mitleiden. Gerade dies werde von Betroffenen oft als entlastend empfunden.

Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Menschenbild in der Leistungsgesellschaft mit Blick auf das Leben mit Demenz fordert der Wiener Sozialethiker Ulrich H.J. Körtner. Viel zu häufig noch erlaubten wir uns ein Urteil über die Bedürfnisse von demenzkranken Menschen und schaffen für sie eine Umwelt, die aus Täuschungsmanövern besteht – alles dem (vermeintlichen) Wohlbefinden zuliebe.

Dies kritisiert auch der Philosoph Klaus Peter Rippe. Der Einsatz fiktiver Bushaltestellen oder von Pflegerobotern habe durchaus Einfluss auf die Zufriedenheit, deshalb seien solche Maßnahmen aber nicht notwendigerweise auch moralisch akzeptabel. Täuschungen und Technik seien vor allem dann entwürdigend, wenn damit ein menschlich fürsorgliches Umfeld ersetzt werden solle, sagt der Pflegewissenschaftler Hartmut Remmers. Und auch Christine Sowinski, KDA-Mitarbeiterin und Diplom-Psychologin, erklärt: „Gerade beim Einsatz von Systemen zur Personenortung ist der schmale Grat zwischen Selbstständigkeit und dem Eingriff in die Persönlichkeitsrechte nur allzu schnell überschritten.“ Dass sich die Selbstständigkeit im Alltag mit einem offensiven Umgang mit der Krankheit aufrechterhalten lässt, davon erzählen zwei Menschen, die selbst von Demenz betroffen sind, als Erkrankte und als Ehemann.

Themen dieser Ausgabe:

Schwerpunkt Selbstbestimmt dement- Ethische Herausforderungen in einer alternden Gesellschaft

Identität, Intellekt und die unveräußerliche Würde
Nicht allein die Bewusstseins- und Gedächtnisleistung macht den Menschen aus
Ulrich H. J. Körtner

Nicht vorschnell urteilen
Ängste können die Entscheidungsfreiheit enorm einengen
Nikolaus Michael

Schutz der Privatsphäre
Kriterien zum Einsatz von technischen Assistenzsystemen in der Pflege
Hartmut Remmers

Kein Ersatz für menschliche Zuwendung
Der Segen der Technik kann leicht zum Fluch werden
Christine Sowinski

Es fährt ein Zug nach nirgendwo
Das Vortäuschen von Scheinwelten hat zunehmend Methode
Klaus Peter Rippe

Selbstbestimmt, selbstständig und dement
Sie wollen so lange wie möglich eigene Entscheidungen treffen – und ein erfülltes Leben führen
Zwei Betroffene erzählen

Leben

Das rockt! „Never too old for rock ’n’ roll: Rockbands für Menschen ab 60 Jahren
Janine Hüsch

Menschen

Auch John Wayne kann pflegen
Unterschätzt: Männer in der Angehörigenpflege
Interview mit Eckart Hammer

Management

Zirkuläre Wege zu innovativen Projekten
Projektmanagement mit dem Medizinrad
Susanne Konzet

Bildung

Virtuelle Erinnerungshilfe
Neue Medien können helfen, Vergessenes wieder ins Gedächtnis zu bringen
Petra Dlugosch

Forschung

Technik sinnvoll integrieren
Der Bedarf ist da – und auch das Interesse
Astrid Elsbernd, Sonja Lehmeyer, Ulrike Schilling

In eigener Sache

Großer Erfolg: Ein Jahr KDA-Pflegeoase in Zwickau
Christine Sowinski

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